spacer spacer

FF Hohenhameln
Freiwillige Feuerwehren der Gemeinde Hohenhameln

spacer
FF Gemeinde Hohenhameln
Hauptmenü
Home
Meldungen
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Gemeinde
Ortsfeuerwehren
Bierbergen
Clauen
Equord
Harber
Hohenhameln
Mehrum
Ohlum
Soßmar
Stedum
Informationen
Suche
Galerie
Download
Gästebuch
Links
Kontakt
Impressum
Hinweise
Feuerwehr bewegt
LFS E-Learning
112-Spiel
 
Home arrow Clauen arrow Geschichte

Geschichte PDF Drucken E-Mail

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Clauen

Die Freiwillige Feuerwehr Clauen wurde am 1.1.1900 gegründet, Was in der eigentlichen Gründungsversammlung verhandelt worden ist, wie sich die Kameraden der ersten Stunde zusammen gefunden haben, darüber schweigt unser Protokollbuch. Allerdings lässt sich einiges hierüber aus den Protokollen der Gemeinderatssitzungen erschließen.


Brandschutz in Clauen vor 1900
Die ersten Anordnungen zum Feuerschutz für unseren Ort sind für uns ab 1835 greifbar. So wurden in einer Anordnung des Amtsvoigts zu Peine die Bauermeister in den einzelnen Gemeinden verpflichtet zu überprüfen, ob alle Gerätschaften wie Feuereimer, Feuerleitern, Feuerhaken und Spritzen und alle evtl. über die Feuercorperationen ausgegebenen Zeichen, Hüte und alles was zur Brandbekämpfung erforderlich ist, vorhanden und in einem ordentlichen Zustand ist. Weiterhin war eine Visitation aller Feuerstellen in Stubenkammern, Küchen usw. sowie eine Überprüfung vorzunehmen, ob Schornsteine vorhanden und in Ordnung sind. Ferner wird angeordnet, dass bei offenem Licht nicht gedroschen und Häcksel geschnitten werden darf. Auch darf laut Feuerordnung nicht mit brennenden Pfeifen auf Misten und in Scheunen gestanden werden.
Dass dieser vorbeugende Brandschutz dringend notwendig war, können wir erahnen, wenn wir im Clauener Meyerdingsbuch (Original im Besitz von Cord Lauenstein, Kopie im Kreismuseum Peine) blättern. In diesen Protokollen der Meyerdinge zwischen 1786 und 1814 finden sich immer wieder Verkäufe von Haus und Grund, bei denen die Häuser als „wolckenflüchtig“ bezeichnet werden. Zum großen Teil dürfte es sich dabei um Notverkäufe gehandelt haben, nachdem ein Gebäude abgebrannt war.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dann eine Brandschadens-Versicherung gegründet. Für Clauen ist sie nachweisbar 1847 in den Anordnungen des Amtsdrosten zu Peine, nach denen alle Interessenten eine Umlage von 1 Thaler und 24 neuen Groschen zu zahlen hatten.
Neben diesem passiven gab es auch im 19. Jahrhundert schon einen aktiven Brandschutz, zunächst mit Löscheimern und dann mit der Handdruckspritze. Wie war dieser Brandschutz organisiert? Welche Hilfsmittel standen zur Feuerbekämpfung zur Verfügung? Wie haben sich Organisation und Ausstattung der Feuerwehr von damals bis heute verändert? Diesen Fragestellungen wollen wir in den nächsten Abschnitten nach gehen.


Die technischen Hilfsmittel zur Brandbekämpfung
In der schon erwähnten Anordnung vom 15. November 1835 wurden die Bauermeister und Feuergeschworenen vom Amtsvoigt verpflichtet, zu überprüfen, ob alle Gerätschaften wie Feuereimer, Feuerleitern, Feuerhaken und Spritzen sowie alle über die Feuercooperationen ausgegebenen Zeichen, Hüte und alles, was zur Brandbekämpfung erforderlich ist, vorhanden und in einem ordentlichen Zustand ist.
Welche der genannten Ausrüstungsgegenstände in unserem Ort vorhanden waren, läßt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Sicher ist lediglich, dass bis zur Anschaffung einer ersten Handdruckspritze im Jahre 1853 die Brandbekämpfung lediglich mit Feuereimern stattgefunden hatte. Diese Feuereimer bestanden aus einem grob, aber dicht gewirktem Stoff und waren mit einer Farbschutzschicht überzogen, wohl um die Dichtigkeit zu erhöhen. Das Fassungsvermögen betrug ca. 8 Liter. Solch einen Feuereimer hatte jeder Hausbesitzer auf eigene Kosten zu beschaffen. Demzufolge war der Eimer dann auch mit Name, Wohnort und Hausnummer des Eigentümers gekennzeichnet.
Die 1853 angeschaffte Handdruckspritze tat ihre Dienste, bis sie 1913 durch eine neue ersetzt wurde. Diese ist heute noch vollfunktionsfähig im Besitz der Feuerwehr.
Am 26. Juli 1943 wurde durch die damalige Gemeinde Clauen eine Tragkraftspritze TS 8, ein Einachshänger und die dazugehörige feuerwehrtechnische Ausrüstung von der Firma Hermann Koebe, Luckenwalde gekauft. Den Umfang der Ausrüstung, die weitgehend den heute noch gültigen Normen entspricht, gibt umseitig wiedergegebene Originalrechnung wieder. Diese Anschaffung war notwendig geworden, da die Freiwillige Feuerwehr Clauen nun auch zu Luftschutzeinsätzen in Hildesheim mit herangezogen wurde.
Der Anhänger steht heute in der Feuerwehrgarage in Bründeln, ausgerüstet mit einer TS 8, Baujahr 1957, die als Ersatz für die schwer anzuwerfende „Koebe“ angeschafft wurde. Letztere wird in Clauen im Gerätehaus verwahrt.
1964 wurde für den Tragkraftspritzenanhänger, der ja immer von einem von einem Landwirt bereitgestellten Traktor oder auch durch Muskelkraft gezogen werden mußte ein Tragkraftspritzenfahrzeug der Marke Ford Transit angeschafft. Dieses Fahrzeug lieferte die Firma Jahns Hildesheim ohne Ausrüstung für knapp 10.000,00 DM. Es leistete bis 1982 der Wehr gute Dienste.
Mit dem 1982 in Dienst gestelltem Löschfahrzeug LF 8 wurde der sich inzwischen veränderten Aufgabenstellung der Feuerwehr Rechnung getragen. Dieses Fahrzeug wurde in der Folgezeit mit Atemschutzgeräten, Hebekissen, Rettungsschere und Spreizer sowie einem Notstromaggregat ausgerüstet, so dass nun neben der Brandbekämpfung auch bei Verkehrsunfällen schnell und effektiv geholfen werden kann. Aber auch dieses Fahrzeug ist mittlerweile für die aufgrund der höheren Anforderungen mitzuführenden Gerätschaften schon fast wieder zu klein geworden.
Musste den Feuereimer noch der jeweilige Hausbesitzer zu Hause aufbewahren, so erforderte die Anschaffung von Feuerlöschgeräten den Bau eines Feuerwehrgerätehauses. Das erste Spritzenhaus mit Schlauchturm stand in der Osterstraße. Der Schlauchturm wurde 1979 abgerissen und das Restgebäude an Karl Weihkopf verkauft, nachdem die Feuerwehr ihr neues Gerätehaus in der Breiten Straße bezogen hatte.
Dieses Haus wurde im Zusammenhang mit dem Dorfgemeinschaftshaus errichtet. Es steht der Wehr jeden zweiten Mittwoch zu Schulungszwecken zur Verfügung.
Was wäre die Feuerwehr ohne Wasser? Heute steht uns ein umfangreiches Hydrantennetz auf Grundlage der öffentlichen Wasserversorgung zur Verfügung. Diese abhängige Wasser-versorgung wird ergänzt durch eine unabhängige, bestehend aus zwei Zisternen im Katzhagen auf dem Grundstück Reckler und An der Tränke unter dem Spielplatz sowie durch drei Feuerlöschbrunnen in der Schlütenstraße, Bahnhofstrasse und Am Gallekamp im Pfarrgarten.
Die Zisternen ersetzen zwei alte offene, jetzt zugeschüttete Löschwasserstellen. Dies waren die Tränke, heute Spielplatz und der im 2. Weltkrieg gebaute Feuerteich hinter dem Grund-stück König, Katzhagen gelegen. Der Feuerteich wurde von dem Brunnen in der Schlütenstrasse gespeist und war Endpunkt der alten Unterdorf-Wasserleitung. Bei deren Erneuerung im Jahre 1899 bekam der Interessenverband von der Gemeinde einen Zuschuss von 1.000,00 RM mit der Auflage, vier Hydranten in die Leitung mit einzubauen. Der Brunnen in der Bahnhofstrasse wurde 1930, der im Pfarrgarten 1943 gebaut.
Für alle diese Hilfsmittel zum aktiven Brandschutz hat die Gemeinde immer wieder grosse finanzielle Mittel zur Verfügung stellen müssen, genauso wie für die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute. Waren es zunächst gelbolive Röcke, Lederhelme und rotschwarze Breitgurte, dann schwarze Stahlhelme, Pilotröcke, später Vistranröcke und Breitgurte aus Leder neben dem blauen Baumwoll-Dienstrock, so sind es heute reflektierende Helme, Einsatzhose, Gummistiefel Sicherheitsgurte und orangefarbene Einsatzjacken. Aber auch diese Jacken sind nun nach und nach durch besonders schwer entflammbare Jacken zu ersetzen, eine besondere finanzielle Herausforderung für die Gemeinde in den nächsten Jahren.
Sicher sind die Sachkosten für die Ausrüstung der Feuerwehren hoch, aber jeder Feuerwehrmann tut ehrenamtlichen Dienst für den Nächsten und hat dementsprechend ein Anrecht auf bestmöglichen Schutz seines Lebens und seiner Gesundheit.


Die Organisation des Feuerlöschwesens und ihre Veränderungen seit 1800
Im 19. Jahrhundert war Feuerwehrdienst Pflicht. Einen Einblick in die Organisation dieser Pflichtfeuerwehr gewinnen wir durch ein Protokoll einer Gemeinderatssitzung vom 2. Februar 1880, in der eine neue Feuerlöschordnung verlesen und am 7. Februar desselben Jahres in einer Sitzung der „Commission zur Organisation der Feuerwehr in der Gemeinde Clauen“ personell umgesetzt wurde.

Die Pflichtfeuerwehr wurde folgendermaßen gegliedert:
I. Abteilung: Spritzenmannschaft mit den Spritzenmeistern Carl Busch, Heinrich Nöhre und Carl Noyer und einer Mannschaft von 45 Mann.
II. Abteilung: Retter mit dem Führer Konrad Weber und einer Mannschaft von 33 Mann.
III. Abteilung: Wächter mit dem Führer Karl Grote I und einer Mannschaft von 14 Mann.
IV. Abteilung: Wasserträger mit dem Führer Fritz Boes und einer Mannschaft von 12 Mann.


Die neugegründete Freiwillige Feuerwehr wurde in drei Mannschaften eingeteilt:
I. Die Schutzmannschaft hatte den Brandplatz abzusperren und gerettete Gegenstände zu bewachen.
II. Die Rettungsmannschaft war mit der Rettung von „Menschen, Vieh und Mobilien“ beauftragt.
III. Die Spritzenmannschaft hatte die Spritze „ungesäumt zum Brandplatz zu schaffen, zum Wassergeben bereitzustellen und während des Brandes zu bedienen“.


Führer und Stellvertreter der Schutzmannschaft waren Carl Engelke und Wilhelm Piepenbrink, der Rettungsmannschaft Carl Wille und Heinrich Grote, der Spritzenmannschaft Leopold Bähre und Richard Walkling. Zum Feuerwehrhauptmann wurde Heinrich Kühne, zum Schriftführer und Kassen-wart Carl Weber gewählt.
Es würde zu weit führen und aufgrund der erhaltenen Aufzeichnungen auch nicht möglich sein, an dieser Stelle alle diejenigen Kameraden anzuführen, die in den 100 Jahren des Bestehens Mitglied des jeweiligen Kommandos waren. Stellvertretend seien hier genannt die Hauptmänner, Wehrführer, Gemeinde- und dann Ortsbrandmeister sowie das derzeitige Kommando.
Der erste Hauptmann Heinrich Kühne blieb bis 1930 im Amt. Ihm folgte Friedrich Lauenstein (1930-1939). Der 1939 gewählte Wehrführer Heinrich Lauenstein konnte sein Amt aber nicht antreten, da er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Während der Kriegsjahre führte die Wehr kommissarisch sein Stellvertreter Carl Mohrmann, der 1945 zum Gemeindebrandmeister gewählt wurde. Nach dessen Wahl zum Unterkreisbrandmeister folgten ihm Arthur Wittneben bis 1953 und Carl Albrecht von 1953 bis 1965 im Amt. Als Nachfolger wurde Heinrich Köhler zum Gemeindebrandmeister gewählt, der nach der Gebietsreform die Clauener Wehr als Ortsbrandmeister in die neu gebildete Gemeindewehr erfolgreich integriert hat. Sein Stellvertreter Berend Janshen führte die Wehr von 1987 bis 1999.
Seit 1999 ist Kurt Bültemann Ortsbrandmeister. Ihm zur Seite stehen im Kommando der stellvertretende Ortsbrandmeister und Gruppenführer Siegfried Klein, die Gruppenführer Günther Becker, Berend Janshen, Uwe Lauenstein und Karl Engelke jun., gleichzeitig als Schriftführer und Kassenwart (seit 1913 der vierte gleichen Namens) sowie der Atemschutzgerätewart Dietmar Eckert, der Gerätewart Torsten Kirchhoff, der Zeugwart Egbert Weihkopf und der Sicherheitsbeauftragte Steffen Fieber.
Bestand die Pflichtfeuerwehr noch aus 108 Mitgliedern, so waren es jetzt in der Freiwilligen Feuerwehr lediglich 33. Diese eher kleine Zahl reichte wohl doch nicht aus, um bei größeren Bränden zu Recht zu kommen. Deshalb wurde im Jahre 1902 ein Hilfskorps gegründet, dem alle männlichen Einwohner zwischen 17 und 45 Jahren angehören sollten. Dieses Hilfskorps sollte einmal im Jahr üben, nämlich dann, wenn die Feuerspritze vom Gendarmen inspiziert wurde, so im Protokoll der Generalversammlung vom 12. Januar 1902.
Die in den folgenden Jahren bis heute positive Entwicklung der Mitgliederzahlen ließ das Hilfskorps wohl schnell an Bedeutung verlieren mit Ausnahme der Kriegsjahre, während derer viele aktive Kameraden eingezogen worden waren. Im 1. Weltkrieg wurde noch einmal auf die Pflichtfeuerwehr zurückgegriffen. Im 2. Weltkrieg wurde sogar eine Gruppe aus jungen Frauen unter der Führung der Tochter des damaligen kommissarischen Wehrführers Carl Mohrmann, Elisabeth Seemann, aufgsestellt.
Nachdem die Männer aus Krieg und Gefangenschaft zurück gekehrt waren, löste sich die Frauengruppe bald wieder auf. Eine sprunghafte Entwicklung der Mitgliederzahl hatte die Wehr 1979 zu verzeichnen, als 14 Kameraden aus Bründeln(die ersten, aber nicht die letzten von dort) zum aktiven Dienst in die Wehr eingetreten sind. Deren Grundausbildung in der Wehr führte der damalige stellvertretende Ortsbrandmeister Carl Deppe mit großem Engagement durch.
In die Kriegsjahre fällt dann wohl auch die Umorganisation unserer Wehr von einer Einteilung in Mannschaften in die Gruppeneinteilung, wie sie heute noch üblich ist. Damit wurde die Struktur der Feuerwehr der modernen Technik angepasst, denn eine starke Spritzenmannschaft zum Betreiben der Handdrucksprizte war mit Anschaffung der motorgetriebenen TS8 überflüssig geworden. Eine Feuerwehrgruppe besteht seit dem aus Gruppenführer, Melder, Maschinisten, Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp. Um eine möglichst hohe Flexibilität beim Einsatz zu gewährleisten, muss heute jeder Kamerad jeden Posten, ausgenommen den des Maschinisten beherrschen.
Die Freiwillige Feuerwehr Clauen ist natürlich in erster Linie für die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung in Clauen und Bründeln zuständig. Seit der Gebietsreform 1974 ist sie als Ortswehr Teil der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Hohenhameln. Der erste Gemeindebrandmeister war Karl Bähre aus der Ortswehr Hohenhameln, sein Stellvertreter unser langjähriger Ortsbrandmeister Heinrich Köhler, der dann von 1985 bis 1995 Gemeindebrandmeister war. Seit 1995 bekleidet Kamerad Günther Becker das Amt des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters. Im Rahmen der Gemeindewehr unterstützen sich die Ortswehren bei größeren Einsätzen gegenseitig. Die Gemeindewehren wiederum sind auf Kreisebene in zwei Brandabschnitten organisiert. Einer der stellvertretenden Brandabschnittsleiter ist unser jetziger stellvertretender Ortsbrandmeister Siegfried Klein. Dieser war lange Jahre Zugführer in der Kreisbereitschaft, in die unsere Wehr mit dem LF 8 bis 1998 eingegliedert war. Seit Aufstellung des Gefahrgutzuges auf Kreisebene wird unser Fahrzeug bei entsprechenden Übungen und Einsätzen als Mannschaftstransportwagen eingesetzt. Der Fahrer hierzu wird auch von der Ortswehr Clauen gestellt.
Vor der Gebietsreform waren die Gemeindewehren in Unterkreisen zusammengefasst. Aus unserer Wehr wurden nach dem 2. Weltkrieg Carl Mohrmann, 1953 Arthur Wittneben und 1965 Carl Albrecht zu Unterkreisbrandmeistern gewählt.
Nachbarschaftliche Hilfe ist wohl so alt wie der Feuerwehrdienst selbst. Bereits in einer Anordnung des Amtsvoigts zu Peine vom 3. Mai 1851 können wir nachlesen, dass jede Gemeinde je 100 Einwohner 2 Feuereimer anzuschaffen hat, die „bei allen Feuersbrünsten auf 2 Stunden Entfernung gebracht werden sollen“.
Im Protokoll der Generalversammlung vom 12. Januar 1902 ist folgendes festgehalten: „Jeder Kamerad welcher in der Nacht ein Feuer sieht, hat dieses dem Hauptmann zu melden resp. wenn es im direkten Nachbarorte ist, es dem Hornisten anzuzeigen, dafür bekommt derjenige, welcher es zuerst meldet eine Belohnung von 3 M.“
Löschhilfe war also zunächst auf die unmittelbaren Nachbarorte beschränkt, aber unabhängig von politischen Grenzen. Die Gründe lagen in der aus heutigen Sicht langsamen Art der Fortbewegung mit Pferd und Wagen und den langen Kommunikationswegen. Telefonieren war zu dieser Zeit noch neu und nur mit Hilfe der Vermittlung durch das Amt möglich und eine zentrale Alarmierung über Sirene durch eine Feuerwehr-Einsatzleitstelle auf Kreisebene noch nicht denkbar. Die Hornisten, sechs an der Zahl, waren in unserer Ortschaft bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Amt, erst dann übernahm die Feuerwehr die vorherige Luftschutzsirene.
Auf die schnelle Alarmierung kam es an, deshalb auch die Belohnung von 3 Mark. Genauso wichtig war aber auch, dass dann gut ausgebildete Feuerwehrmänner schnell und vollzählig zur Stelle waren. Hier sollten Strafen nachhelfen, die in der 1. Satzung aus dem Jahre 1900 wie folgt festgelegt wurden:
1. Wer bei einer Übung ohne genügende Entschuldigung nicht mindestens fünf Minuten vor bestimmter Zeit erscheint, verfällt in eine Ordnungsstrafe von 20 Pf., wer ganz wegbleibt, in eine von 1 Mk. Entschuldigungen mit triftigen Gründen behuf Fernbleiben von Übungen resp. Bränden sind zulässig 24 Stunden vor bis 24 Stunden nach der Übung evtl. nach dem Brande, und ist dann der betreffende Feuerwehrmann von der festgesetzten Strafe entbunden. Die angegebenen Entschuldi-gungsgründe sind vom Commando zu prüfen und für triftig zu erachten oder zu verwerfen, im letzten Falle bleibt das bestimmte Strafmaß in Kraft.
2. Wer nach gegebenem Alarmsignal ohne genügende Entschuldigung später als 20 Minuten auf dem Brandplatz resp. Alarmplatze erscheint, wird mit 1 M., wer ganz wegbleibt mit 2 M. bestraft.
3. Alle sonstigen Ordnungswidrigkeiten im Dienste werden nach freiem Ermessen des Ausschusses mit Verweis, in härteren Fällen mit Ausschluß geahndet.
4. Wer Erfrischungen im Dienst ohne Erlaubnis annimmt oder raucht, wird mit 1 M. bestraft.
Dieser „Bußgeldkatalog“ ist heute abgeschafft. Aber nichts desto weniger gilt: Eintreten in und Austreten aus der Wehr sind freiwillig, alles andere, insbesondere die regelmäßige Teilnahme am Übungsdienst und das Erscheinen bei Alarmierungen sind Pflicht.


Übungsdienst in der Freiwilligen Feuerwehr einst und jetzt
Bis in die 1960-er Jahre stand die Brandbekämpfung im Mittelpunkt der Tätigkeit der Feuerwehren. Durch vermehrten Einsatz von Kunststoffen in den Häusern und die zunehmende Technisierung unserer Umwelt haben sich die Gefahrenschwerpunkte und die Aufgaben der Feuerwehr gewandelt. Zum einen ist Brandbekämpfung ohne schweren Atemschutz heute kaum noch denkbar, zum anderen ist für die Feuerwehren mit der Technischen Hilfeleistung bei Verkehrs- und Gefahrgutunfällen ein neues Aufgabengebiet hinzugekommen. Dem mußte auch im Übungsdienst Rechnung getragen werden.
Ausbildung in der Feuerwehr war zunächst einmal praktische Ausbildung in der Ortswehr. Sowohl für die Wasserförderung und Brandeinsatz mit der Handdruckspritze als auch mit der Motorpumpe gab es einen genau vorgeschriebenen Übungsablauf, in dem auf Kommando jeder Handgriff sitzen musste.
Ab den 1960-er Jahren wurden die Übungen laufend den sich verändernden Anforderungen an die Feuerwehr angepasst. Heute gibt es eine bundesheitliche Übung, mit der die Feuerwehren ihren Ausbildungsstand im Rahmen der Leistungsnachweise auf Gemeinde-, Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundes-ebene dokumentieren. Die Übung enthält folgende Bestandteile:
Menschenrettung aus einem Pkw, Erste Hilfe bei Unfallopfern, Brandbekämpfung mit C-Rohr über Steckleiter, Abriegelung eines Nebengebäudes mit C-Rohr, Beantwortung feuerwehr-technischer Fragen.
An den Leistungsnachweisen auf Gemeindeebene, den früheren Unterkreiswettkämpfen hat immer mindestens eine Gruppe unserer Wehr teilgenommen und konnte sich in der Mehrheit der Fälle für die Leistungsnachweise auf Kreisebene, einige Male auch zum Bezirks- bzw. Landesentscheid qualifizieren und damit ihren hohen Ausbildungsstand unter Beweis stellen. Dies ist nur möglich durch die hohe Einsatzbereitschaft aller Kameraden beim praktischen wie auch theoretischen Übungsdienst, der in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen hat sowie die erfolgreiche Teilnahme vieler Kameraden an den Lehrgängen, die auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Celle durchgeführt werden.


Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Clauen
Über die Einsatztätigkeit unserer Wehr in der ersten Hälfte des Jahrhunderts liegen uns nur vereinzelt Informationen vor. Im Protokoll der Generalversammlung vom 12. Januar 1930 wird eine „Übersicht der Tätigkeit der Wehr in den 30 Jahren des Bestehens“ gegeben. Demnach ist die Wehr in den ersten 30 Jahren zu insgesamt 41 Bränden ausgerückt, davon 10 in Clauen, 2 in Bründeln, 1 in Algermissen, 8 in Hohenhameln, 3 in Harber, 9 in Groß Lobke, 3 in Rautenberg und 5 in Soßmar. Für die folgenden Jahre fehlen dann detaillierte Angaben. In den letzten 30 Jahren musste unsere Wehr durchschnittlich zu 5 Einsätzen pro Jahr ausrücken, davon waren im Durchschnitt 3 Hilfeleistungseinsätze.
Größere Brandeinsätze, bei denen Hilfe aus den Nachbarorten erforderlich war, nach dem 2. Weltkrieg waren:
1948 Brand des Pellets-Silos auf der Zuckerfabrik
1951 Brand der Mühle Bode, (heute Heizöl Deppe)
1959 Brand des Altenteilerhauses Herbert Seemann
1980 Brand der Scheune auf dem Hof Albrecht
1982 Brand des neuen Pellets-Silos auf der Zuckerfabrik
1998 Brand der Schnitzeltrocknungsanlage auf der Zuckerfabrik
1999 Brand der Schnitzeltrocknungsanlage auf der Zuckerfabrik
2000 Brand des Wohnhauses Kinic in der Peiner Landstrasse

Von besonderer Tragik war die Bekämpfung eines Zimmerbrandes in der Strasse Am Gallekamp im September 1991, bei der unser Kamerad Gerhard Rieger in Ausübung seines Dienstes verstarb.
Besonders schwer zu verkraften für die Feuerwehrkameraden sind Einsätze nach Verkehrsunfällen, bei denen verletzte oder tote Personen aus Fahrzeugen geborgen werden müssen. Hier sind u. a. zu nennen die Einsätze 1989 auf der Kreuzung B 494, Landesstrasse von Bründeln nach Algermissen, die Bergung von drei jungen Leuten am 2. Weihnachtstag 1993 zwischen Lobke und Clauen und einer verletzten Person 1999 zwischen Soßmar und Clauen infolge von Glatteisunfällen.


Kameradschaftspflege
Alle Einsätze der Feuerwehr erfordern gut ausgebildete Feuerwehrmänner, die gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten, eben gute Kameraden sind. Der Kameradschaftsgeist in der Wehr wird aber auch dadurch gestärkt, dass gemeinsam etwas unternommen und auch einmal gefeiert wird. Dies tun wir im Rahmen unseres jährlich stattfindenden Wintervergnügens und des alle zwei Jahre stattfindenden Feuerwehrausflugs. Das Wintervergnügen hat mit Ausnahme der Kriegsjahre seit 1901 regelmäßig Anfang Januar stattgefunden. Der Feuerwehrausflug fand erstmals in den 30iger Jahren als Tagesfahrt durch den Harz statt. Bei beiden Veranstaltungen sind die Partnerinnen, die ja für den Dienst Ihrer Männer viel Verständnis zeigen, herzlich eingeladen.
Der Kameradschaftspflege, aber auch der Darstellung in der Öffentlichkeit, dienen die jährlich stattfindenden Ortswettkämpfe. Vielen Zuschauern und Kameraden wird der über lange Jahre bei Ortsbrandmeister Berend Janshen auf dem Hof durchgeführte gemütliche Abschluss noch in guter Erinnerung sein und wohl auch bleiben.
Weiterhin führt die Freiwillige Feuerwehr Clauen seit 1999 auch einen Laternenumzug für die Kinder aus Clauen und Bründeln durch, bei dem es hinterher bei Bratwurst und warmen Getränken noch die Möglichkeit gibt, sich gemütlich zusammen zu setzen.
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr in unserer Ortschaft sind also nicht nur 100 Jahre aktiver Brandschutz und Hilfeleistung bei Unfällen und in Notfällen, sondern auch 100 Jahre Mitgestaltung des dörflichen Lebens. Dies alles war und wird auch in Zukunft nur möglich sein aufgrund der hohen ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft aller aktiven Kameraden, dem Verständnis ihrer Familienangehörigen und der finanziellen Unterstützung durch die fördenden Mitglieder. Ihnen allen gebührt dafür ein herzliches „Danke schön“. Dank zu sagen ist aber auch dem Rat und der Verwaltung unserer Gemeinde, die bisher für eine gute und zeitgemäße Ausstattung ihrer Feuerwehr zum Schutze ihrer Bürger gesorgt hat.
100 Jahre Feuerwehr ist aber auch Anlass, mit allen Einwohnern Clauen und Bründelns zu feiern, wie dies auch 1975 anläßlich des 75jährigen Jubiläums geschehen ist und im kleineren Rahmen ,durch die Zeitläufte bedingt, auch 1925 und 1950 zu den entsprechenden Geburtstagen.
Auszüge aus der Festschrift, herausgegeben anläßlich des Zeltfestes im Mai 2000, zum 100.Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Clauen.
Wir danken dem Kameraden Karl Engelke für die Bereitstellung.
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 29. Mai 2010 )
 
< zurück
© 2010 FF Hohenhameln
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.
spacer