Katastrophenalarm im Landkreis Hildesheim

Um 5.00 Uhr wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft West zur Unterstützung der Kameraden an der Innersten alarmiert.

Bisherigen Informationen zufolge ging es nach Kl. Düngen

Einsatzdauer 9,5 Std.

weiter infos aus der Region:

www.nonstopnews.de/index.php?page=meldung&newsnr=5811

 

Bericht vom Einsatz :

Geschrieben von J.Boeker

 

Durch lang anhaltende, ergiebige Regenfälle in Südniedersachsen kam es in den Landkreisen und Städten des Harzvorlandes zu einem Einsatzaufkommen, das von den örtlichen Einsatzkräften der Feuerwehren und Hilfsorganisationen alleine nicht zu bewältigen war.

Am frühen Morgen des 01. Oktober erreichte die Leitstelle Braunschweig eine Anforderung der Stadt Hildesheim für die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Peine.
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft wurde unter anderem auch für derartige überörtliche Einsätze aufgestellt.

Der Fachzug Technische Hilfeleistung aus der Gemeinde Hohenhameln wurde zur Feuerwehrtechnischen Zentrale nach Peine gerufen, um von dort mit den anderen Fachzügen zusammen in den Landkreis Hildesheim zu fahren.

Kurz nach 5 Uhr rückte die Einheit mit den Einsatzkräften und 26 Fahrzeugen, darunter der Fachzug Technische Hilfeleistung aus der Gemeinde Hohenhameln, in Richtung Hildesheim ab.

Eingesetzt wurden die Kräfte aus dem Landkreis Peine zum Befüllen von Sandsäcken.



Da sich die Lage in Hildesheim entspannt hat, wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft gegen 14 Uhr in Hildesheim entlassen. Die Feuerwehr bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Arbeitgebern der eingesetzten Einsatzkräfte, die durch die Freistellung ihrer Mitarbeiter diesen Einsatz unterstützt haben.

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Quelle : Welt Online
30. September 2007, 19:13 Uhr
Unwetter in Niedersachsen

Jetzt ist der Katastrophenfall da

Land unter: Heftiger Dauerregen hat am Wochenende in Niedersachsen schwere Überschwemmungen verursacht. Im Kreis Hildesheim wurde nach mehreren Dammbrüchen entlang der Innerste der Katastrophenfall ausgerufen.
Die Umgebung von Hockeln im Kreis Hildesheim gleicht einer riesigen Seenlandschaft. Dort wo sich normalerweise Felder und Wiesen aneinanderreihen – dazwischen das kleine Flüsschen Innerste – ist am Sonntagabend nichts als Wasser zu sehen.
Die Dämme an der Innerste haben dem extremen Hochwasser nicht standgehalten, brechen an mehreren Stellen. Die Behörden rufen den Katastrophenfall aus. Der Einsatzstab bereitet eine mögliche Evakuierung einiger hundert Einwohner vor, Notunterkünfte werden eingerichtet. Innenminister Uwe Schünemann (CDU), der in das Krisengebiet geeilt ist, sagt: „Die Lage ist angespannt. Für die Betroffenen ist das sehr schwierig“.
Tagelange Regenfälle haben die Innerste – ebenso wie andere Bäche und Flüsse im Land – bedrohlich anschwellen lassen. Mit 6,75 Metern erreicht sie am Sonntag den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Innerste-Talsperre im Harz überläuft. Landwirt Dieter Engelke (73), der seit 1954 seinen Hof in Hockeln, einem Ortsteil von Bad Salzdetfurth, hat, ist beunruhigt und auch wütend: „Man hätte den Damm früher aufmachen sollen, um das Wasser kontrolliert ablaufen zu lassen“, kritisiert er. Ortsvorsteher Peter Liegler hält dies für unrealistisch, denn dann wären andere Ortschaften in Mitleidenschaft gezogen worden.

So viel Regen wie sonst in einem Monat

Auch in anderen Teilen Niedersachsens hieß es am Wochenende: „Land unter“. Binnen weniger Tage fiel vor allem im Süden des Landes so viel Regen wie sonst in einem Monat. Im Kreis Wolfenbüttel und im Harzvorland verwandelten sich Äcker und Sportplätze in Teichlandschaften. Der Ort Baddeckenstedt, ebenfalls an der Innerste gelegen, stand in der Nacht zum Sonntag kurz vor der Evakuierung, bevor sich die Lage am Morgen entspannte. Zwei von drei Zufahrtsstraßen waren wegen Überflutung unpassierbar. „Das ist ein Hochwasser, das statistisch alle 60 bis 80 Jahre an der Innerste eintritt, also schon sehr außergewöhnlich“, sagt Andreas Böhmert vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Am Samstag waren hunderte Feuerwehrleute im Raum Göttingen sowie in den Kreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Northeim pausenlos im Einsatz, um vollgelaufene Keller leerzupumpen oder Kühe und Schafe von überfluteten Weiden zu retten. Etliche Straßenzüge in Hann.Münden standen nach dem Dauerregen unter Wasser. Die Autobahn 7 (Kassel- Hannover) wurde bei Bockenem zeitweise gesperrt, der Verkehr umgeleitet. „Das Leinetal glich einer Seenlandschaft“, berichtet ein Autofahrer. „Viel mehr hätte da nicht kommen dürfen“, sagt ein Feuerwehrmann aus Göttingen. Am Sonntag gingen jedoch die Pegel an Leine, Weser und Aller zurück.

Im Kreis Hildesheim, wo die Lage auch noch in der Ortschaft Holle sowie im Bad Salzdetfurther Ortsteil Klein Düngen besonders kritisch ist, sind am Sonntag rund 700 Helfer im Einsatz. Einige sind schon seit 36 Stunden auf den Beinen, stapeln Sandsäcke, um die Deiche zu stabilisieren oder pumpen Wasser ab. Geschäftsleute und Einwohner versorgen sie mit Tee und Broten. Die Stimmung ist angespannt, aber insgesamt ruhig. Alles läuft sehr routiniert ab. Minister Schünemann lobt denn auch die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und den anderen Helfern als „hervorragend“.
Sandra Juadjur steht vor ihrem neugebauten Haus in Hockeln und wartet auf Nachrichten, ob sie die Nacht im eigenen Haus oder in einer Notunterkunft verbringen muss. „Wir haben Angst“, sagt ihr Ehemann Carsten. Eine Hochwasserversicherung hätten sie nicht. Sandra Juadjur wohnt Zeit ihres Lebens in Hockeln. „So ein Hochwasser habe ich noch nicht erlebt“, sagt sie und starrt auf die überfluteten Felder.
dpa/heg