
Am Donnerstagabend um 19:03 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Hohenhameln im Rahmen einer Alarmübung zu einem gemeldeten Gebäudebrand alarmiert. Als Übungsobjekt diente ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang Rauch aus einem Gebäudeteil, sodass sich die gemeldete Lage im Übungsszenario bestätigte. Auf einem Balkon befand sich eine Person. Zudem wurde angenommen, dass sich zwei weitere Personen in dem verrauchten Bereich des Gebäudes aufhielten. Alle drei dargestellten Personen galten im Rahmen der Übung als stark alkoholisiert.
Daraufhin wurden mehrere Maßnahmen gleichzeitig eingeleitet. Ein Trupp rüstete sich mit umluftunabhängigem Atemschutz aus und ging zur Menschenrettung in den verrauchten Gebäudeteil vor. Parallel wurde eine vierteilige Steckleiter am Balkon in Stellung gebracht. Eine Einsatzkraft stieg zu der dort befindlichen Person auf und betreute sie zunächst auf dem Balkon.
Da die Person aufgrund der im Übungsszenario angenommenen starken Alkoholisierung nicht sicher über die Steckleiter gerettet werden konnte und auf dem Balkon keine unmittelbare Gefahr bestand, wurde ein Rettungsweg durch das Gebäude geschaffen. Hierfür öffnete ein weiterer Trupp mithilfe technischer Ausrüstung zwei verschlossene Türen. Anschließend konnte die Person sicher durch das Treppenhaus ins Freie geführt werden.
Zeitgleich suchte der Atemschutztrupp den verrauchten Gebäudeteil ab, in dem das Brandereignis angenommen wurde. Die beiden dort befindlichen Personen wurden gefunden und aus dem Gebäude gerettet.



An der Übung nahm auch der Erste stellvertretende Gemeindebrandmeister Andreas Bock in seiner Führungsfunktion teil. Nachdem die ersten Aufgaben verteilt, die notwendigen Maßnahmen eingeleitet und die Einsatzabläufe aufgebaut worden waren, wurde die Einsatzleitung an ihn übergeben. Er führte die weitere Abarbeitung der Übung im Zusammenwirken mit der örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) fort.
Die ÖEL veranlasste über die Leitstelle eine erneute Alarmierung der Ortsfeuerwehr Hohenhameln, damit der Rüstwagen 2 zusätzlich besetzt und zur Übungsstelle gebracht werden konnte. Dessen Ausrüstung wurde für die möglichst zerstörungsarme Öffnung der verschlossenen Türen benötigt. Dabei galt der Grundsatz, so wenig Schaden wie möglich und nur so viel wie notwendig zu verursachen.
Darüber hinaus koordinierte die ÖEL im weiteren Übungsverlauf fiktiv die Nachalarmierung zusätzlicher Einsatzkräfte und Fahrzeuge. Bei einem realen Brandereignis dieser Größenordnung wären aufgrund der möglichen Brandausbreitung frühzeitig weitere Kräfte erforderlich gewesen. Dadurch konnten auch die Beurteilung des Kräftebedarfs sowie die Planung und Anforderung weiterer Einheiten realitätsnah geübt werden.
Um die Alarmübung unter möglichst realistischen Bedingungen durchzuführen und gleichzeitig die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Einsatzkräfte zu gewährleisten, wurde die Bundesstraße 494 im betroffenen Bereich für die Dauer der Übung vollständig gesperrt.

Gegen 20:30 Uhr wurde die Alarmübung beendet. Anschließend wurden die eingesetzten Geräte zurückgebaut und die Übungsstelle aufgeräumt.
Nach einer gemeinsamen Nachbesprechung konnten alle Kräfte wieder einrücken.
Solche realitätsnahen Übungen sind für die Feuerwehr von großer Bedeutung. Sie ermöglichen es, Einsatzabläufe zu überprüfen, die Zusammenarbeit verschiedener Führungsebenen zu trainieren und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Nur durch regelmäßiges gemeinsames Üben können die notwendigen Handgriffe und Abläufe im Ernstfall sicher und routiniert funktionieren.
Ein besonderer Dank gilt Hans-Wilhelm Beimes, Gemeindebrandmeister a. D., sowie Thore Lindemann, stellvertretender Ortsbrandmeister, und Lars Kunz, Ortsbrandmeister, für die umfangreiche Ausarbeitung, Vorbereitung und Durchführung dieser Alarmübung.
Fotos & Bericht: C. Richter



